Comic in Arbeit: "Zürcher Geschichten"

Der kleine Miggeli erzählt...

Verbitterte Grossmutter, liebe Grosstante. Comic oneline Verbitterte Grossmutter, liebe Grosstante. Familiensaga Comic oneline Teil 5

Viel später, als meine Grossmutter schon den fünften Mann hatte, war sie Wirtin vom Neuenburgerhof. Der stand in Zürich an der Schoffelgasse. Sie  und ihre Schwester, die Tante Mina, hatten einen ganz dunklen Teint, da ihre Mutter Zigeunerin gewesen war.

Tante Mina hatte zusammengewachsene Augenbrauen und schöne weisse Zähne.

Die Grossmutter hatte keine eigenen Zähne mehr!

Und sie war eine richtige Tyrannin.

Darum liebte ich sie nicht so wie die Tante Mina.

Diese hatte ich nämlich unheimlich lieb.

Der Blechbauchmeier und sein zahmer Affe wohnen im Zirkuswagen in der Hardau  Comic oneline Der Blechbauchmeier und sein zahmer Affe in der Hardau. Comic oneline Teil 6

Die Hardau in Zürich war früher ein Wohnwagenplatz. Sie lag direkt hinter dem Albisriederplatz. Dort lebten Jenische und Artisten in ihren Wagen.

Hier wohnte auch ein Freund meiner Tante Mina. Der Blechbauchmeier und sein zahmer Affe.

Weil das Bachnetz vom Blechbauchmeier zerrissen war und deshalb die Gedärme nicht mehr halten konnte, musste er über den Bauch ein Stützblech tragen! Daher sein Übername.

Der Blechbauchmeier gibt seinem Affen Bier bis ihm übel wird. Er gibt aber Miggeli schuld, weil der dem Affen Maikäfer gab. Comic oneline Der Blechbauchmeier gibt seinem Affen Bier bis ihm übel wird. Comic oneline Teil 7

Der zahme Affe vom Blechbauchmeier war ganz verrückt nach Maikäfern.

Im Mai brachte ich ihm eine ganze Tüte voll mit. Er knusperte sie, als wären es Pommesfrites!

Der Meier gab ihm dann dazu auch noch Bier aus seiner Flasche. Nach ein paar Schlücken wurde der Affe fidel.

Er wollte die Flasche nicht mehr hergeben und hatte die grösste Mühe , sich selbst zu stützen.

Am nächsten Tag, als ich den Meier wieder besuchte, sagte er:

"Junge, du hast den Affen mit deinen Maikäfern ganz krank gemacht!

Gestern hat er mir den ganzen Wagen voll gekotzt! Das Bier macht ihm sonst nie was aus. Jetzt bekommt er einige Tage nur Tee und Reisschleim!"

Der Arme tat mir furchtbar leid und deshalb brachte ich ihm nun nur noch ein oder zwei Käfer mit.

Mina und der Blechbauchmeier trinken Schnaps  mit Zucker über Kerze heissgemacht. Schnaps und Ekstase. Familiensaga Comic oneline 8

An kalten Novembertagen besuchte Tante Mina oft den Blechbauchmeier in der Hardau.

Meistens "kirschelten" sie dann zusammen, sie nannten das:  "Pitschibömberlä"!

Das Rezept: Man nehme einen Löffel voll Zucker und röste ihn über einer Kerze braun. Dann lösche man das Ganze mit Kirsch.

Das ist ein gefährlicher Göttertrank, wie von Bacchus selbst erfunden!

Die Wirkung tritt schnell ein, und jeder spürt die Ekstase!

In einer solchen Ekstase warf der Blechbauchmeier sein Bauchblech aus dem Wohnwagenfenster hinaus!

Er bekam aber bald Schmerzen und musste sich ein neues Blech bestellen.

Das trug er dann noch manches Jahr. Es war einiges fortschrittlicher, denn es hatte Löcher wegen dem Schwitzen!